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Lucas Ammann: Bei jungen Menschen beobachten wir zunehmendes Interesse für den Klimawandel, aber auch für wirtschaftliche Themen.

Lucas Ammann ist ein junger Journalist, Vorsitzender der Jugendpresse Österreich und der Chefredakteur von frischnews.at.

Jugendpresse Österreich definiert sich als Verein für medieninteressierte junge Menschen. Was sehen Sie als Ihre konkrete Zielsetzungen und Aufgaben?

Foto: L. Ammann

Die Jugendpresse Österreich vernetzt seit 2004 junge Medienschaffende. Dabei ist seit einigen Jahren die Ausstellung des Jugendpresse-Ausweises eine wichtige Aufgabe der Jugendpresse. Der Jugendpresse-Ausweis erleichtert jungen JournalistInnen ihre Arbeit, da sie so wesentlich unkomplizierter an Akkreditierungen kommen können. Das gilt sowohl für Österreich als auch für den gesamten Europaraum, da die Jugendpresse Österreich auch Mitglied der Europäischen Jungendpresse ist.
Aber nicht nur intern helfen wir jungen Medienschaffenden weiter, wir sehen uns als Verein auch gewissermaßen als Interessensvertretung für JungjournalistInnen. Oft werden ihre Anliegen nicht ausreichend wahrgenommen, dann versuchen wir, das in der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Welche Erfolge konnte der Verein bis jetzt erzielen?

Ein Erfolg in meiner Zeit als Vorsitzender ist sicher die Gründung des Online-Magazins www.frischnews.at. Dort können junge Menschen – ganz egal, ob sie schon journalistische Erfahrung mitbringen oder nicht – publizieren und sich auch ausprobieren. Ich selbst verfasse natürlich auch Leitartikel, Berichte und führe für unser Medium Interviews.

Hat frischnews.at eine besondere Zielgruppe, die sie vor allem ansprechen will? Welchen Themen widmet ihr euch in euren Beiträgen und gibt es etwas, was frischnews.at von anderen Onlineportalen unterscheidet?

Unsere Zielgruppe sind sicher junge Menschen. Wir versuchen, auch komplizierte Themen möglichst kurz und knapp in verständlicher Sprache aufzuarbeiten. Dabei gehen wir auch auf LeserInnen-Wünsche ein und versuchen, insbesondere jugendrelevante Themen zu behandeln. Das sind zum Beispiel Umweltschutz- und Klimathemen, aber auch Finanzthemen, die wir in nächster Zeit angehen werden, da wir festgestellt haben, dass es hier ein Umdenken bei jungen Menschen gibt. Zu anderen Magazinen, wo auch junge Menschen schreiben, unterscheiden wir uns sicher insofern, als dass frisch ausschließlich von jungen Menschen betrieben wird. Das heißt: Es gibt keine Person, die älter als 27 Jahre ist. Das führt natürlich auch dazu, dass wir vielleicht hin und wieder mehr Fehler machen, weil wir die Ressource Erfahrung weniger vertreten haben. Aber dafür sind wir unabhängig. Beides ist unseren LeserInnen bekannt – insofern funktioniert es auch.

Sie selber sind in einem jungen Alter in die Medienwelt als Redakteur eingestiegen. Wie schätzen Sie die Rolle von jungen JournalistInnen in Österreich ein? Wie ist Ihre persönliche Erfahrung dabei gewesen?

Ich hätte ja eigentlich befürchtet, dass man mit 16 Jahren, als ich das erste Mal ein Praktikum in einem Medienunternehmen (Vorarlberg Online/Russmedia, Anm.) gemacht habe, nicht oder zumindest zu wenig ernst genommen wird. Das ist bis auf ganz wenige Ausnahmen überhaupt nicht der Fall gewesen: Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass kein großer Unterschied zwischen JungjournalistInnen und JournalistInnen, die ihrer Aufgabe seit vielen Jahren hauptberuflich nachgehen, gemacht wird. Sowohl mit der Politik (oder anderen Bereichen wie Wissenschaft, Wirtschaft etc.) – als auch mit der Medienbranche bzw. mit ihren VertreterInnen konnte ich immer gut reden. Das war sicher eine positive Überraschung.

Was möchten Sie als potentiell angehender Repräsentant der neuen JournalistInnen Generation für den Journalismus in Österreich bringen? Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf und worin liegen im Hingegen die Stärken?

Hin und wieder werde ich ja von jungen KollegInnen in meinem Alter gefragt: „Meinst du, das kann ich so schreiben? Darf ich das?“. Ich antworte dann immer, dass es völlig egal sein sollte, ob ich, ein Politiker oder ein anderer Journalist gut findet, was von einem Redakteur geschrieben wird. Darüber sollten wir überhaupt nicht nachdenken. Schreiben, was wir für richtig halten – das ist es, was wir in diesen Zeiten brauchen.

Wie wir auch in diesen Tagen beobachten können, werden in Österreich manchen Politiker Vorwürfe wegen intransparenten Verknüpfungen zu bestimmten Medien gemacht. Sehen Sie das als ein strukturelles Problem? Sind die österreichischen Medien ausreichend unabhängig im Vergleich mit anderen EU Ländern?

Natürlich haben wir ein strukturelles Problem. Es gehört schon lange eine Qualitätsförderung für heimische Medien her – zudem muss das Anfüttern von Medien mit gleich großzügigen wie unnötigen Inseraten ein Ende haben. Wenn man beispielsweise mit JournalistInnen aus Deutschland redet, sind diese dann doch erschrocken, wie eng und offensichtlich die Medienbranche in Österreich mit der Politik verkettet ist. Das wäre noch nicht einmal ein großes Problem – aber es sollte eben klar sein, dass es eine Trennlinie zwischen den beiden Bereichen geben muss. Und PolitikerInnen müssen akzeptzieren, was über sie geschrieben wird.

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